Auf Anfrage einiger Gäste hier nochmal der Text zum Nachlesen. Leider war er „live“ durch die Nervosität und Akustik in der Kirche nicht für alle klar zu verstehen:

Meditationstext

Auszüge aus dem „Abschiedsbrief an die Pfadfinder der Welt“ von Lord Robert Baden Powell of Gilwell, Gründer der Pfadfinderbewegung.
Liebe Pfadfinder!

Ich liege zwar noch nicht im Sterben, aber der Tag ist nicht mehr fern. Darum möchte ich noch ein Abschiedswort an Euch richten. Denkt daran, daß es meine letzte Botschaft an Euch ist, und beherzt sie wohl.

Mein Leben war glücklich, und ich möchte nur wünschen, daß jeder von Euch ebenso glücklich lebt.

Ich glaube, Gott hat uns in diese Welt gestellt, um darin glücklich zu sein und uns des Lebens zu freuen. Das Glück ist nicht die Folge von Reichtum oder Erfolg im Beruf und noch weniger von Nachsicht gegen sich selbst. Ein wichtiger Schritt zum Glück besteht darin, daß Ihr Euch nützlich erweist und des Lebens froh werdet.

Das Studium der Natur wird Euch all die Schönheiten und Wunder zeigen, mit denen Gott die Welt ausgestattet hat. Euch zur Freude. Seid zufrieden mit dem, was Euch gegeben ist, und macht davon den bestmöglichen Gebrauch. Trachtet danach, jeder Sache eine gute Seite abzugewinnen.

Das eigentliche Glück aber findet Ihr darin, daß Ihr andere glücklich macht. Versucht, die Welt ein bißchen besser zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt.

Wenn dann Euer Leben zuende geht, mögt Ihr ruhig sterben im Bewußtsein, Eure Zeit nicht vergeudet, sondern immer Euer Bestes getan zu haben.

Seid in diesem Sinn „allzeit bereit“, um glücklich zu leben und glücklich zu sterben.

Euer Freund

Baden Powell of Gilwell
Diesen Brief verfasste BiPi kurz vor seinem Tod im Jahre 1941. Doch seine Botschaft ist zeitlos und aktueller denn je. In Zeiten wie heute, wo sich viele Gedanken um die Aktualität ihres Smartphones, die Bildschirmdiagonale ihres Smart-TVs oder die Größe & Lage des Wohneigentums – welches natürlich auch möglichst „smart“ sein sollte… – dreht, verliert man schon einmal den Blick für das Wesentliche.

Diesbezüglich war die Hochzeit für Nici & mich ein willkommener „Reset“, um sich wieder auf das wirklich wichtige und wertvolle im Leben zu konzentrieren. Mein persönliches Schlüsselerlebnis in vielerlei Hinsicht war unser Polterabend.

Zum einen war da die fantastische Aktion & Unterstützung der Pfadfinder, deren aktuelle Leiter- & Roverrunde aus vielen ehemaligen Gruppenkindern meiner aktiven Leiterzeit besteht. Was die Jungs und Mädels da für uns auf die Beine gestellt haben, hat uns tief berührt und bewegt. Es hat mich aber auch in meinem Glauben an einen Generationenpakt & die Worte BiPi’s bestätigt. Ich kann jeden Einzelnen nur ermutigen, auch einmal ehrenamtlich die Ärmel hochzukrämpeln – sei es als Jugendleiter, als Trainer, bei der freiwilligen Feuerwehr oder in der Schützenbruderschaft. Man darf nicht nur stur betriebswirtschaftlich Kosten & kurzfristigen Nutzen gegeneinander abwägen – seinen Einsatz hierfür bekommt man nämlich an Tagen wie dem Polterabend mit Zins und Zinseszins in einer Währung zurück, die es auf keiner Bank gibt. Und sie obliegt glücklicherweise auch nicht den Zinsschwankungen, die wir momentan bei EZB & Co. erleben dürfen.

Nicht weniger wichtig in diesem Zusammenhang war die erneute Bestätigung, dass Nici die Frau in meinem Leben ist, die mich glücklich macht – auch indem ich sie glücklich machen kann. Wir hätten an diesem Abend wahrscheinlich noch den restlichen Container gemeinsam vollgeschaufelt, ohne dabei das Lächeln aus dem Gesicht zu verlieren. Denn wenn ich einmal kurz davor war die Lust zu verlieren, hat mir ein kurzer Blick in Nici’s vor Freude strahlendes Gesicht gereicht, um mich neu zu motivieren und auch mir das Lächeln zurückzugeben.

So möchte ich diese Worte mit dem Versprechen beschließen, dass ich bereit bin, besonders mit Dir, Nici, und euch allen gemeinsam glücklich zu leben und mir mit dem „glücklich sterben“ noch etwas Zeit zu lassen.

Eurer Freund

Dominik „Dodo“ Pechan